Interview: Ragnar Ache ist besessen davon, mehr Tore zu schießen – Lukas Kwasniok sollte ihm die Chance geben

Interview: Ragnar Ache ist besessen davon, mehr Tore zu schießen – Lukas Kwasniok sollte ihm die Chance geben
28. August 2025

Es ist ein seltener Moment, wenn ein Stürmer mit so viel Klarheit spricht: „Ich denke nur an Tore“, sagt Ragnar Ache, seine Augen glänzen vor Hunger, ein Grinsen verrät den Ehrgeiz, der hinter seinem ruhigen Auftreten lodert. Der 27-jährige Angreifer hat nie ein Geheimnis daraus gemacht, was ihn antreibt – und nun, da er sich beim 1. FC Köln eingelebt hat, will er diese Besessenheit endlich in Tore umwandeln. Die einzige Frage ist, ob der neue Cheftrainer Lukas Kwasniok bereit ist, ihn vollständig von der Leine zu lassen.

Aches Offensivkraft

In der vergangenen Saison bei Greuther Fürth war Ache eine echte Entdeckung. 17 Tore in der 2. Bundesliga sprechen für sich – eine Kombination aus explosivem Tempo, klugem Laufspiel und der physischen Präsenz, vor der sich Verteidiger fürchten. Seine Kopfballstärke, seine Positionierung und sein unermüdliches Pressing machten ihn zu einem der komplettesten Stürmer der Liga.

Der 1. FC Köln erkannte dieses Potenzial – und schlug zu. In einem Kader, der sich nach einer turbulenten Auf- und Abstiegsphase unter Kwasniok im Umbruch befindet, schien Ache wie die perfekte zentrale Figur für den Angriff. Doch bisher waren seine Einsatzzeiten begrenzt – und erste Stimmen unter den Fans fragen sich: Warum?

Ein Trainer mit einem Puzzle

Lukas Kwasniok ist bekannt für seine taktische Flexibilität. Er bevorzugt einen strukturierten Spielaufbau und ein aggressives Pressing, fordert von seinen Angreifern Disziplin und Defensivarbeit. Ache wurde dabei – trotz seiner Qualitäten – gelegentlich als reiner Torjäger gesehen: Weniger im Kombinationsspiel, mehr im Verwerten von Chancen.

Doch Ache stellt klar, dass er mehr kann. „Ich habe hart daran gearbeitet, ein kompletter Spieler zu werden. Ich weiß, was der Trainer erwartet, und ich bin bereit, mich anzupassen. Aber Tore – das ist mein Leben“, sagt er und klopft sich leicht auf die Brust.

Taktisch gesehen passt Ache ideal in ein 4-2-3-1-System oder sogar in eine Doppelspitze mit einem zurückhängenden Partner. Mit seiner Athletik und seinem Instinkt zieht er die Abwehr auseinander und sorgt für Unruhe. Selbst wenn er kein falscher Neuner ist – er muss es auch nicht sein. Er ist ein Vollstrecker. Und den braucht jedes Team.

Zeit für ein Risiko

Kölns Offensive wirkt in dieser Saison bislang wechselhaft. Ballbesitz ist da, doch es fehlt an Durchschlagskraft. In Spielen, in denen der FC das Tempo kontrolliert, aber keinen Zielspieler hat, könnte Ache der Unterschied zwischen einem frustrierenden Unentschieden und einem knappen Sieg sein.

Kwasniok rotiert viel in der Offensive – womöglich auf der Suche nach der richtigen Chemie. Doch sowohl die Statistiken als auch der Augentest zeigen: Wenn Ache auf dem Platz steht, entstehen mehr Chancen. In wenigen Minuten hat er bereits einige Szenen geliefert – ein Kopfball an den Pfosten hier, ein Fast-Alleingang da. Der Funke ist da. Es braucht nur noch Zunder.

Aches Mentalität

Es geht nicht nur um die Tore – es geht um den Hunger. Ache trainiert wie besessen, bleibt nach den Einheiten, um an seinem Abschluss zu feilen, analysiert Spielszenen, um seine Laufwege zu verbessern, und sucht ständig nach kleinen Verbesserungen. „Ich weiß, was es heißt, Vertrauen zu bekommen“, sagt er. „Wenn mir ein Trainer das Vertrauen schenkt, will ich es mit Toren zurückzahlen.“

Eine solche Besessenheit ist selten – und sollte gefördert werden. Kwasniok hat die Chance, mehr zu tun als nur eine Mannschaft zu führen: Er kann einen Stürmer formen, der in seiner Prime ist – mit dem Potenzial, ein Bundesliga-Topscorer zu werden. Ache braucht keine Schonung – er braucht Vertrauen, Startelfeinsätze und Bälle.

Das Fazit

Für den 1. FC Köln liegt der Unterschied zwischen Mittelmaß und Momentum oft im Detail. Und eines dieser Details könnte so einfach sein wie: Ragnar Ache den Angriff anzuvertrauen.

Er ist bereit. Er ist hungrig. Und vor allem: Er ist besessen.

Lasst ihn treffen.


Was denkt ihr – sollte Ragnar Ache unter Kwasniok regelmäßig starten? Schreibt es uns in die Kommentare.

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